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Hilfswerk-Siedlung GmbH übernimmt Evangelisches Wohnheim von EKBO

Vertrag über Erbbaurecht unterschrieben – Sanierung gesichert

Schlüsselübergabe am 22. April 2018

22. April 2018. Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe haben heute die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), die Hilfswerk-Siedlung GmbH (HWS), der Förderverein "Konvikt Borsigstraße 5,e.V.", die Evangelische Kirchengemeinde am Weinberg und nicht zuletzt die Studierendenschaft des Theologischen Konvikts die Übernahme des Evangelischen Wohnheims an die HWS gefeiert. Konsistorialpräsident Dr. Jörg Antione übergab einen von Studierenden des Theologischen Konvikts gefertigten Schlüssel an die stellvertretende Geschäftsführerin der HWS, Dorit Brauns. "Ohne die Unterstützung und das beständige Engagement insbesondere der Bewohnerinnen und Bewohner als auch des Fördervereins wäre der Erhalt des Hauses nicht möglich gewesen. Ich danke allen, die sich über die Jahre für dieses besondere Haus eingesetzt haben, das seit fast 130 Jahren jungen Menschen eine Heimat bietet," so der Leiter des Hauses, Pfarrer Dr. Volker Jastrzembski. Die Studierendenvertreter wiesen auf die Bedeutung des studentischen Engangents bei der Erhaltung des Hauses hin und dankten dem Vorsitzenden des Fördervereins Prof. Wolf Krötke: "Es stand die finale Schließung im Raum. Doch weil das Konvikt ein so geschichtsträchtiger Ort ist, der für uns alle ein Zuhause ist, für viele nichts weniger als eine zweite Familie, kam für uns Bewohnende eine Schließung nicht in Frage." Die Konviktualen wünschen sich, "dass das Konvikt ein Haus bleibt, in dem die gewonnene Freiheit weiterhin der zentrale Bestandteil unseres Zusammenlebens ist." „Ich bin erleichtert, dass es nun gelungen ist, mit der Hilfswerk-Siedlung GmbH einen kompetenten Partner für die dringend notwendige Sanierung des traditionsreichen Hauses gefunden zu haben“ betonte Konsistorialpräsident Dr. Jörg Antoine. „Besonders erfreulich ist es, dass es mit der Hilfswerk-Siedlung GmbH gelingen wird, den besonderen Geist des Hauses mit seinem außerordentlichen studentischen Engagement und der Vielzahl an Aktivitäten zu erhalten“, so Antoine weiter. „Wir freuen uns, das spannende Projekt gemeinsam mit der EKBO umzusetzen und somit das Fortbestehen des Theologischen Konvikts zu sichern“, sagt Jörn von der Lieth, Geschäftsführer der Hilfswerk-Siedlung GmbH. Die Sanierung wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres beginnen. „Derzeit laufen die Planungen und Abstimmung mit allen Projektbeteiligten. Als Architekten konnten wir das Büro Raumwandler gewinnen, das sehr erfahren im Bereich der Sanierung denkmalgeschützter Wohnimmobilien ist“, ergänzt die stellvertretende Geschäftsführerin der HWS Dorit Brauns. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und die Hilfswerk-Siedlung GmbH (HWS) haben am 11. April 2018 einen Erbbaurechtsvertrag über das Theologische Konvikt abgeschlossen. Dieser sieht eine rückwirkende Übernahme des Evangelischen Wohnheimes in der Borsigstraße 5, 10115 Berlin-Mitte, durch die HWS ab dem 1. April 2018 vor. Der Erbbaurechtsvertrag hat eine Laufzeit von 60 Jahren und beinhaltet die Sanierung und die Übernahme des Mietbetriebs durch die HWS. Die HWS ist das Wohnungsunternehmen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und verwaltet rund 10.000 Einheiten aus eigenem und fremdem Bestand. Dazu gehören neben Wohnungen und Erbbaurechten auch Liegenschaften sowie ein eigener Forst. Sozialverträglichkeit und wirtschaftliches Handeln im Sinne der Mieter und Kunden miteinander zu verbinden, ist das erklärte Ziel des evangelischen Unternehmens. Das Theologische Konvikt beherbergt derzeit 74 Studierende aller Fachrichtungen. Das Haus wurde 1892 im Auftrag des Vereins zur Fürsorge für die Weibliche Jugend von dem Architekten Otto March errichtet. Als sozial-diakonisches Zentrum für alleinstehende Frauen mit Wohnheim, Haushaltsschule und Stellenvermittlung bestand es bis 1923. Seitdem leben in der Borsigstraße 5 Studierende. Zwischen 1950 und 1991 war das Sprachenkonvikt, wie es seitdem hieß, eine Stätte freier Ausbildung für Theologinnen und Theologen in der DDR. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde es zu einer Kirchlichen Hochschule ausgebaut, an der die Evangelische Kirche theologische Forschung und Lehre in akademischer Freiheit ohne staatliche Bevormundung realisierte. Dank dieses Freiraums wurde das Sprachenkonvikt 1989 zu einem der intellektuellen Zentren der friedlichen Revolution. Hier wurde die Gründung von zwei Parteien vorbereitet: der »Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP)« und der »Bürgerbewegung Demokratie jetzt!« Seit 1991 war das Theologische Konvikt Berlin in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
  Ansprechpartner: Pfarrer Dr. Volker Jastrzembski, Tel. 0176.72851247; ephorat@theologischeskonvikt.de]]>
Mon, 16 Apr 2018 12:14:00 +0200
Erinnerung an das „Sprachenkonvikt“ https://www.theologischeskonvikt.de//willkommen/steleneinweihung.html Am Sonntag, dem 23. April 2017, 16 Uhr, lädt der Förderverein des Theologischen Konvikts in die Borsigstraße 5, 10115 Berlin, zu einer Feierstunde anlässlich der Enthüllung einer Stele ein, die an die Geschichte des „Sprachenkonvikts“ erinnert. Die Stele wird aus Mitteln des Fördervereins sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur errichtet.

Grußworte halten unter anderem der Ratsvorsitzende der Bundesstiftung Aufarbeitung, Außen­minister a.D. Markus Meckel, der am Sprachenkonvikt studierte, die Generalsuperintendentin des Sprengels Berlin, Ulrike Trautwein, der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, sowie die Vorsitzende des Konviktsrats, Prof. Dr. Dorothea Wendebourg. Weiterhin steht ein Ein­führungsvortrag des Vorsitzenden des Fördervereins, Prof. D. Dr. Wolf Krötke, auf dem Programm.

Von 1950 bis 1991 beherbergte das Haus in der Borsigstraße 5 das „Sprachenkonvikt“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Nach dem Mauerbau 1961 wurde es zu einer selbstständigen Kirchlichen Hochschule, die Studierende der Theologie auf den kirchlichen Dienst vorbereitete. Das Sprachenkonvikt war zur Zeit der DDR ein Ort freier Bildung, der geistigen Auseinandersetzung und des politischen Engagements. 1989 wurde hier die Gründung der Sozialdemokratischen Partei (SDP) durch Absolventen geplant. Dozenten und Studierende beteiligten sich an der Bürgerbewegung „Demokratie jetzt“ und setzten sich vielfältig für eine demokratische Erneuerung der DDR ein. Seit der Fusion des „Sprachenkonvikts“ mit der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität und der Kirchlichen Hochschule Zehlendorf betreibt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz das Haus als Studierendenwohnheim. Es beherbergt derzeit 75 Studierende aller Fachrichtungen.

Programm

Einführungsvortrag Prof. D. Dr. Wolf Krötke, Vorsitzender des Fördervereins „Konvikt Borsigstr. 5 e.V.“ : Erinnerungen an das „Sprachenkonvikt“ – Perspektiven für die Zukunft

Grußworte:
Stephan von Dassel, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte
Ulrike Trautwein, Generalsuperintendentin des Sprengels Berlin
Markus Meckel, Ratsvorsitzender der Stiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur
Prof. Dr. Dorothea Wendebourg, Theologische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Sonja Thomaier, Studierendenvertreterin des Theologischen Konvikts

Enthüllung der Stele mit Fototermin, anschließend Empfang
Musikalische Gestaltung: Mitglieder des Furiant-Quartetts

Informationen

Sonntag, 23. April 2017, 16 Uhr, Theologisches Konvikt, Großer Saal, Borsigstraße 5, 10115 Berlin-Mitte (S-Bahn: Nordbahnhof, U-Bahn: Oranienburger Tor). www.theologischeskonvikt.de Rückfragen: Pfr. Dr. Volker Jastrzembski, Tel. 0176.72851247, ephorat@theologischeskonvikt.de Berlin 12. April 2017]]>
theologischeskonvikt.de Thu, 01 Jan 1970 01:00:00 +0100