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Unsere Geschichte

1878 ließen Sophie und Adolph Loesche, ein Ehepaar aus dem Berliner Großbürgertum, das Waisenhaus „Zoar“ errichten. Ihre Arbeit zielte auf die bestmögliche Ausbildung und christliche Bildung von Waisenmädchen und weiblichen Angestellten, um deren soziale Situation zu verbessern. Ab 1890 wurde die Arbeit von Pfarrer Johannes Burckhardt weitergeführt und erheblich ausgeweitet. Es entstand ein sozial-diakonisches Zentrum für alleinstehende Frauen mit Wohnheim, Haushaltsschule und Stellenvermittlung. Hier wurde die erste Bahnhofsmission in Deutschland gegründet. In der evangelischen Verbandstätigkeit für junge Frauen setzte das innovationsreiche Wirken Burckhardts Maßstäbe.

Über die Geschichte des Ortes zwischen 1921 und 1950 ist bisher weniger bekannt. In dieser Zeit betrieb hier die Deutsche Christliche Studentenvereinigung (DCSV) vor ihrer Auflösung durch den NS-Staat ein Studentenwohnheim, das vom Ev. Verein für soziale Zwecke übernommen wurde.

Zwischen 1950 und 1991 war das Konvikt eine Stätte freier Ausbildung für Theologinnen und Theologen in der DDR. Unter großen Schwierigkeiten wurde es 1961 nach dem Bau der Berliner Mauer innerhalb kurzer Zeit zu einer vollwertigen Kirchlichen Hochschule ausgebaut, an der die Evangelische Kirche theologische Forschung und Lehre in akademischer Freiheit ohne staatliche Bevormundung realisierte. Dank dieses intellektuellen Freiraums und dank innerkirchlicher Demokratie wurde das Sprachenkonvikt 1989 zu einem der intellektuellen Zentren der friedlichen Revolution in der DDR. Netzwerke aus Dozent_innen, Studierenden und Absolvent_innen bereiteten im Konvikt zusammen mit Gleichgesinnten die Gründung von zwei Parteien vor: der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP) und der Bürgerbewegung Demokratie jetzt!

Von 1991 bis 2018 war das Theologische Konvikt Berlin ein Studierendenwohnheim in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Am 1. April 2018 hat die Hilfswerk-Siedlung GmbH (HWS), ein Wohnungsbauunternehmen der Evangelischen Kirche, die Vermietung des Hauses übernommen. Das Haus soll in den nächsten Jahren grundlegend saniert und auf mehr als 100 Wohnheimplätze erweitert werden. Das Konviktsleben wird durch einen Verein und die Stelle des Ephorus sowie durch das Engagement der Bewohner_innen weitergeführt.

 

Letzte Änderung am: 29.08.2018